Operationsverfahren

Kinderorthopädische Notoperationen

Operative Entlastung eines infizierten Gelenkes
Die Gelenkkapsel wird gefenstert, eitrige Flüssigkeit und abgestorbenes Gewebe entfernt. Das Gelenk wird gespült, ein Drainageschlauch eingelegt und die Wunde verschlossen. Je nach dem Bakterienbefund des Abstriches wird eine antibiotische Therapie zunächst intravenös und später oral notwendig sein. Die Art des Antibiotikums, die Intensität und Dauer der Behandlung sowie auch der Ruhigstellung des Gelenkes hängen vom Verlauf des lokalen Entzündungsgeschehens ab, das durch Laborbefunde kontrolliert werden kann.

Reposition und Fixierung einer abgeglittenen oder abgleitenden Wachstumsfuge – besonders des Hüftkopfes im Alter zwischen 10 und 14 Jahren.
Die abgeglittene Wachstumsfuge wird unter Röntgendurchleuchtung vorsichtig reponiert und mit einer oder mehreren Schrauben vom Knochen kommend fixiert. In schweren Fällen kann die Reposition die Durchblutungsstörung verschlechtern und daher ein anderes Verfahren, wie eine Umstellung des Hüftkopfes mit entsprechender Stabilisierung der Kochenteile notwendig werden. Ziel ist es ein langfristig möglichst gering vorgeschädigtes Gelenk zu erhalten. Die Mobilisierung ist in der Regel in den ersten 3 Monaten nur ohne Belastung erlaubt.

 

Wichtige Operationen um schwere Fehlfunktionen und späteren Funktionsverlust oder Schmerzen zu verhindern

 

Fußfehlstellungen und instabile Fußgelenke:

Korrektur einer schweren FLEXIBLEN Knickplattfußfehlstellung mittels Arthrorise
Unter Röntgendurchleuchtung wird in einer etwa 10minütigen Operation eine Schraube in das Fesenbein geschraubt und der gering überstehende, durch die Haut nicht tastbare Schraubenkopf wirkt propriozeptiv auf das Sprungbein im Sinne einer habituellen Aufrichtung des Fußgewölbes beim Stehen und Gehen. Die Vollbelastung ist am ersten Tag nach der OP erlaubt, Sport nach 6 Wochen. Die Umgewöhnungszeit kann wenige Tage bis Wochen betragen. Im Laufe der Monate und Jahre entwickelt sich so durch die "normalisierte" Funktion eine normale Fussform und das Ergebnis bleibt nach Entfernung der Schraube mit etwa 16-17Jahren in der Regel bestehen. Die Erfolgsrate liegt in der internationalen Literatur bei etwa 80%.
Ziel ist die langfristige Schmerzfreiheit auch ohne das Tragen einer Einlage und das Vermeiden späterer, wesentlich aufwendigerer Operationen wegen eines schmerzhaften Knickplattfußes. In bestimmten schweren Fällen mit Muskelungleichgewicht kann eine zusätzliche Sehnenverlagerung zur (Wieder-)Herstellung dieses Gleichgewichtes notwendig sein.

Korrektur einer schweren FIXIERTEN Knickplattfußfehlstellung durch Sehnenverlagerungen und Versteifung von Fußwurzelgelenken

Korrektur einer schweren FIXIERTEN Klumpfußfehlstellung durch Sehnenverlagerungen und Versteifung von Fußwurzelgelenken

Korrektur einer schweren FIXIERTEN Hohlfußfehlstellung durch Sehnenverlagerungen und Versteifung von Fußwurzelgelenken

Korrektur von Krallenzehen-Fehlhaltungen

Korrektur von Hammerzehen-Fehlstellungen

Korrektur eines neurogenen Hallux valgus durch Großzehengrundgelenk-Versteifung

Korrektur eines nicht-neurogenen Hallux valgus durch Verschiebeosteotomie

Arthrodese des oberen Sprunggelenkes bei schwerer Arthrose

Beidseitige Fußrekonstruktionen in einer OP mit dem Vorteil nur einer (verkürzten) Rehabilitationsphase

 

Hüftfehlstellungen und instabile Hüftgelenke:

Korrektur einer fortschreitenden Hüftluxation durch Muskelkraftbalancierung
Überaktive Muskeln werden operativ verlängert, schwache Muskeln werden gerafft. Eine Ruhigstellung bis zur Erholung der Muskelfasern nach etwa 2-3 Wochen ist erforderlich.

Korrektur eines luxierten Hüftgelenkes mittels Hüftrekonstruktion
Zusätzlich zur Muskelbalancierung wird die überdehnte Gelenkkapsel geöffnet, der Hüftkopf in die Pfanne neu eingestellt, eine Pfannendachplastik und eine Kapselraffung zur Stabilisierung   durchgeführt. Die volle Beweglichkeit und Belastung wird in der Regel schrittweise nach insgesamt 6 Wochen erreicht.

Verbesserung der Überdachung eines dysplastischen Hüftgelenks (mangelhafte Überdachung des Hüftkopfes und damit kleinere, arthrosegefährdete Belastungszone)durch Pfannendachplastiken und Beckenosteotomien

Beidseitige Hüftrekonstruktionenin einer OP mit dem Vorteil nur einer (verkürzten) Rehabilitationsphase

 

Kniefehlstellungen und instabile Kniegelenke:

Muskelbalancierende und sehnenverlagernde Operation bei Patellaluxation (instabiler Kniescheibe) vor Wachstumsabschluss

Knochen- und sehnenverlagernde Operation bei Patellaluxation (instabiler Kniescheibe) nach Wachstumsabschluss

Korrekturoperationen bei angeborenen Kniegelenkfehlbildungen

 

Muskelverkürzungen und Muskelungleichgewichte:

Verlängerung der Wadenmuskulatur beim leichteren oder dynamischen Spitzfuß

Verlängerung der Achillessehne beim sehr schwerem fixierten Spitzfuß

Verlängerung der ischiocruralen Muskeln („Kniebeuger-Verlängerung“)

Verlängerung der Hüftadduktorenmuskeln

Verlängerung der Hüftbeugemuskeln

Verlängerung der Hüftstreckmuskulatur

Verlagerung eines spastisch überaktiven geraden Kniestreckmuskels („Rectustransfer“)

Verlängerung von Arm-, Handgelenk- und Fingermuskeln

Verlängerung der Halsdrehmuskeln (Sternocleidomasteoideus) bei muskulärem Schiefhals

Verlängerung der Schulter-Rücken-Muskulatur bei angeborenem Schulterblatthochstand

 

Offene Verlängerung von Muskeln
Straffe Bindegewebsfasern des Muskels werden durch minimal-invasive Technik durchtrennt und der Muskel in Narkose aufgedehnt. Die vollbelastende Mobilisierung ist nur in dauerhaft gedehnter Position für ca. 3 Wochen ab dem ersten postoperativen Tag erlaubt um einer Vernarbung in neuerlich verkürzter Position vorzubeugen.

Perkutane Verlängerung von Muskeln
Straffe Bindegewebsfasern des Muskels werden durch minimal-invasive Technik durchtrennt und der Muskel in Narkose aufgedehnt. Die vollbelastende Mobilisierung ist nur in dauerhaft gedehnter Position für ca. 2 Wochen ab dem ersten postoperativen Tag erlaubt um einer Vernarbung in neuerlich verkürzter Position vorzubeugen.

Verlängerung von Sehnen
Die Sehne wird hälftig durchtrennt und die Enden in verlängerter Position End-zu-End vernäht. Die vollbelastende Mobilisierung ist erst nach 3 Wochen in dauerhaft gedehnter Position für weitere 3 Wochen erlaubt um einer Vernarbung in neuerlich verkürzter Position vorzubeugen.

Durchtrennen von Sehnen in ausgeprägten Fällen

 

Gelenkkontrakturen:

Wachstumslenkung bei fixierter Kniegelenk-Kapselkontraktur mittels temporärer Epiphyseodese
Die knienahen Wachstumsfuge(n) der längeren äußeren Knochenseite wird solange mit einem Plättchen und 2 Schrauben fixiert bis die Beinachse bei Untersuchung und Röntgenkontrolle gerade ist. Diese Operation ist nur im Wachstumsalter möglich. Die Vollbelastung ist ab dem ersten Tag nach der OP, Sport nach 6 Wochen erlaubt.

Korrektur bei fixierter Kniegelenk-Kapselkontraktur mittels Umstellung des Oberschenkelknochens (Femurextensions-Osteotomie)

 

Achsenfehlstellungen der Beine:

Wachstumslenkung bei Genu valgum (X-Bein) mittels temporärer Epiphyseodese
Die knienahen Wachstumsfuge(n) der längeren inneren Knochenseite wird solange mit einem Plättchen und 2 Schrauben fixiert bis die Beinachse bei Untersuchung und Röntgenkontrolle gerade ist. Diese Operation ist nur im Wachstumsalter möglich. Die Vollbelastung ist ab dem ersten Tag nach der OP, Sport nach 6 Wochen erlaubt.

Wachstumslenkung bei Genu varum (O-Bein) mittels temporärer Epiphyseodese
Die knienahen Wachstumsfuge(n) der längeren äußeren Knochenseite wird solange mit einem Plättchen und 2 Schrauben fixiert bis die Beinachse bei Untersuchung und Röntgenkontrolle gerade ist. Diese Operation ist nur im Wachstumsalter möglich. Die Vollbelastung ist ab dem ersten Tag nach der OP, Sport nach 6 Wochen erlaubt.

Korrektur bei Genu valgum (X-Bein) mittels Umstellung des Ober- oder Unterschenkelknochens

Korrektur bei Genu varum (O-Bein) mittels Umstellung des Ober- oder Unterschenkelknochens

Korrektur einer erhöhten Femurantetorsion (Schenkelhalseinwärtsdrehung) mittels Umstellung des Oberschenkelknochens

Korrektur einer erhöhten Tibiainnentorsion (Schienbeineinwärtsdrehung) mittels Umstellung des Unterschenkelknochens oberhalb des Knöchels

Korrekturen mittels externer Fixation werden von uns nicht durchgeführt. Sie gehören in die Hand anderer Spezialisten.

 

Knochenneubildungen

Entfernung von schmerzhaften Exostosen („Überbeinen“)

Entfernung von gutartigen Knochentumoren
Operationen bei einem Verdacht auf einen bösartigen Knochentumor werden von uns nicht durchgeführt. Sie gehören in die Hand anderer Spezialisten.

Wirbelsäulenoperationen
werden von uns nicht durchgeführt. Sie gehören in die Hand anderer Spezialisten.

Brustkorb-Operationen (bei Trichterbrust und Kielbrust)
werden von uns nicht durchgeführt. Sie gehören in die Hand anderer Spezialisten.

 

OP-Komplikationen

Trotz größter Sorgfalt und Erfahrung können bei jeder Operation Komplikationen auftreten:
Gefäßverletzung, Nervenverletzung, Wundheilungsstörung, Thrombose, Embolie, Bewegungseinschränkung, neuerliche Entwicklung einer Fehlstellung, Arthroseentwicklung
Das Risiko ist von Operation zu Operation und von Patient zu Patient sehr unterschiedlich und hängt neben der Grunderkrankung von zahlreichen Faktoren ab. Der Arzt entscheidet sich erst nach Abwägen der möglichen Risken gegen den erwarteten Nutzen für den Patienten für oder gegen die Vornahme einer Operation.

Die Besprechung der Risken ist Bestandteil jedes präoperativen Aufklärungsgespräches.