Internationale Vereinigung für Neuroorthopädie

Im Frühjahr 2014 gründeten Absolventen und Dozenten des 1. und 2. Universitätslehrgangs für Neuroorthopädie – Disability Management der Donau-Universität Krems den Verein "neuroortho – Internationale Vereinigung für Neuroorthopädie (International Association of Neuroorthopaedics)". 2019 übergab der Gründungspräsident Prof. Dr. Walter Strobl die Agenden seinem Nachfolger Prof. Dr. Reinald Brunner FRCS.

Die Internationale Vereinigung für Neuroorthopädie bietet ihren Mitgliedern eine Plattform für fachliche Diskussionen und Fortbildungen zu den neuesten Erkenntnissen der Neuroorthopädie – qualifiziert und praxisnah. Der hohe Fortbildungsstandard der Vereinigung basiert auf einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm für alle Fachleute des interdisziplinären Teams rund um die Neuroorthopädie sowie andere interessierte Personenkreise:


Bericht über den NEUROORTHO-Anatomiekurs

Als einige der wenigen Präsenzveranstaltungen im Jahr 2020 fand von 11.-12. September am Institut für Anatomie in Innsbruck der erste Anatomiekurs der Internationalen Vereinigung für Neuroorthopädie zum Thema „Neuroorthopädische Operationstechniken“ statt.

Dr. Franz Landauer, der für die ISPO, vor allem für Orthopädietechniker, Orthopädieschuhmacher und Ärzte seit 23 Jahren sehr erfolgreiche Anatomiekurse zu Amputation, Prothesenversorgung, Fuß und Neuroorthopädie in Innsbruck veranstaltet, hatte den NEUROORTHO-Vereinsmitgliedern heuer die exklusive Möglichkeit angeboten einen eigenen qualitativ hochwertigen und dennoch kostengünstigen Kurs zusammenzustellen. Durch die Pandemie-bedingten gesetzlichen Auflagen war ein besonders günstiges Teilnehmer-Präparat-Verhältnis von 3:1 möglich. Der aktuelle Präsident Prof. Dr. Reinald Brunner aus Basel, der Vizepräsident Dr. Alexander Krebs aus Wien und der Gründungspräsident Prof. Dr. Walter Strobl konnten als ehrenamtliche Demonstratoren und Vortragende gewonnen werden.

Am ersten Tag hatten die Teilnehmer vormittags die Möglichkeit alle anatomischen Strukturen der unteren Extremitäten am Präparat kennenzulernen und die funktionelle Anatomie und Biomechanik in der Kleingruppe und mit dem Demonstrator zu diskutieren. Am Nachmittag wurden die theoretischen Grundlagen und die Praxis der wichtigsten neuroorthopädischen Operationstechniken am Hüftgelenk, Oberschenkel, Kniegelenk, Unterschenkel und Fuß eingehend dargestellt. So konnten am zweiten Tag vormittags die Zugänge und einzelnen Schritte der neuroorthopädischen Operationen am Hüftgelenk, Oberschenkel, Kniegelenk, Unterschenkel und Fuß von jedem einzelnen Teilnehmer geübt werden. Insbesondere Sehnentransfers am Fuß, Tibialis posterior-Transfer beim neurogenen Klumpfuß, Peronäustransfer beim neurogenen Plattfuß, Tibialis anterior-Transfer beim Hakenfuß, Chopart- und Triple-Arthrodesen wurden vorgenommen, Tibialis anterior-Verkürzungen und Triceps surae-Verlängerungen, ebenso die offene Reposition des luxierten Hüftgelenkes, periazetabuläre Pfannendachplastiken, proximale und distale Femur-Umstellungsosteotomien und Patellaligament-Verkürzungen sowie die supramalleoläre Derotation der Tibia. Die guten Fragen der im Seziersaal und nach den Vorträgen zeigten den fortgeschrittenen Wissensstand der überaus interessierten Teilnehmer.

Zahlreiche Vereinsmitglieder, Therapeutinnen, Orthopädietechniker und Ärzte aus Österreich, Deutschland und der Schweiz machten von dem einmaligen Angebot Gebrauch, der Kurs war ausgebucht und die Veranstalter freuen sich über die sehr positiven Rückmeldungen. Es wird überlegt ähnliche Kurse auch in Zukunft für NEUROORTHO-Mitglieder anzubieten.