Online-Veranstaltungen

Free-Webinar-Reihe

Das MOTIO-Fortbildungsinstitut lädt Sie sehr herzlich zur Teilnahme an regelmäßig stattfindenden Webinaren zu aktuellen Themen aus der Kinder- und Neuroorthopädie ein. Die Veranstaltungen finden live statt, sodass im Anschluss Fragen gestellt und Inhalte diskutiert werden können. Die Teilnahme ist frei, die Organisation erfolgt durch das Zentrum für Gesundheitswissenschaften und Medizin der Donau-Universität Krems.

Bitte um Anmeldung: Donau-Universität Krems
Informationen: maria.walluch@donau-uni.ac.at oder +43 2732 893-2815

Programm 2020/21

Änderungen vorbehalten


MOTIO-Seminare

Eine Vertiefung der Webinar-Themen wird in jeweils halbtägigen Seminaren mit stark beschränkter Teilnehmerzahl angeboten. Die Vortragenden Frau Claudia Abel, Prof. Dr. Walter Strobl und, je nach Themenbereich, andere Experten stehen Ihnen an den genannten Samstagvormittag-Terminen von 09-13 Uhr persönlich für Fragen und die Diskussion von eigenen Fällen zur Verfügung. Die Teilnahmegebühr inkl. eines ausführlichen Skriptums beträgt EUR 70,-. Die Veranstaltungen finden derzeit online statt.

Bitte um rechtzeitige Anmeldung beim MOTIO-Fortbildungsinstitut: fortbildung@motio.org

Vielen Dank - wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Programm 2020/21

Änderungen vorbehalten


Web-Kongresse

Zu speziellen Themen organisiert das MOTIO-Fortbildungsinstitut Online-Kongresse. Die Ankündigung erfolgt über den MOTIO-Newsletter und wissenschaftliche sowie soziale Netzwerke.

Nachlese zum Web-Kongress „Telemedizin & Teletherapie“ am 17.6.2020

Diese Online-Veranstaltung wurde als Abschluss einer im Mai 2020 veranstalteten Webinar-Reihe in Kooperation mit der Donau-Universität Krems veranstaltet, die mit über 250 teilnehmenden Therapeuten und Ärzten aus Österreich und Deutschland auf äußerst großes Interesse gestoßen war.
Bei dem Web-Kongress wurden von internationalen Experten für Neuroorthopädie, Pädiatrie und Kindertherapie die Möglichkeiten und Grenzen der Teletherapie und Telemedizin in ihrem Fachgebiet vorgestellt, die ohne Besuch von Therapie- und medizinischen Einrichtungen eine zeitliche Überbrückung und wirkungsvolle Fortsetzung einer erfolgreich begonnen Therapie darstellen können. Trotz COVID-19-Pandemie sollte die permanente neuroorthopädische Versorgung von Kindern mit neuromotorischen Erkrankungen & Bewegungsbehinderung nicht gefährdet werden. Regelmäßige medizinische Verlaufskontrollen, Beratung, Physiotherapie und Hilfsmittelversorgung, aber auch die verpflichtende Fortbildung des Behandlungsteams sollten gewährleistet sein.

Als Einführung wurde von den beiden Initiatoren des Kongresses, der Kinderphysiotherapeutin Claudia Abel und dem Kinderorthopäden Prof. Dr. Walter Strobl auf die Notwendigkeit einer Mindestbelastung und -bewegung des kindlichen Bewegungssystems hingewiesen, die gerade bei Kindern mit neuromotorischen Erkrankungen schwere Folgeschäden vermeiden helfen. Diese sind nach der Zeit der Ausgangsbeschränkungen und während des erschwerten Zugangs zu Gesundheitsangeboten unerwartet deutlich zu beobachten. Eltern fühlen sich mit ihren Kindern allein gelassen, wenn keine Kontaktaufnahme erfolgt.

Sowohl spezialisierte Ärzte als auch Therapeutinnen versuchen daher mit großer Unterstützung betroffener Familien dieser ungünstigen physischen und psychischen Entwicklung mit den vorhandenen Möglichkeiten der Telemedizin und Teletherapie spontan entgegenzuwirken.
Telemedizinische Therapieverlaufs-, Hilfsmittel- und Röntgen-Kontrollen von bereits gut bekannten Langzeitpatienten haben sich sehr gut bewährt. Darüber hinaus stößt die telemedizinische neuroorthopädische Betreuung jedoch rasch an Grenzen. Dr. Strobl weist auf die fehlenden rechtlichen Grundlagen und das technische Entwicklungspotential hin und betont die immer wichtige Differenzierung, welche Leistungen online und welche im Sinne einer hohen medizinischen Qualität nur in Präsenz angeboten werden dürfen.
Frau Abel stellt sehr eindrücklich die Voraussetzungen, Vorteile und Methodik der methodenunabhängig durchgeführten Teletherapie dar, dank der Teilnahme eines kleinen Patienten auch mittels LIVE-Demonstration. Sie betont die Vorteile für die Kontinuität, für das Vertrauen, die Compliance und damit den Erfolg der Behandlung.

Vonseiten des Neuropädiaters und Kinderpsychiaters Prim. Dr. Klaus Vavrik, Leiter des VKKJ-Ambulatoriums Sonnwendviertel in Wien, werden explizit die Vor- und Nachteile der Telemedizin und Teletherapie dargestellt. Er betont vor allem die Schwierigkeit eine vertiefende Therapie und Betreuung für Kinder mit komplexen Krankheitsbilder und psychosozialen Problemen anbieten zu können und warnt sowohl vor der Überforderung von Eltern als Co-Therapeuten als auch vor einer „billigen“ Alternative zur aufwendigen Präsenztherapie in den spezialisierten Einrichtungen.
Über ähnliche Beobachtungen berichtet auch Privatdozent Dr. med. Sebastian Grunt, Neuropädiater und Neurorehabilitationsmediziner am Inselspital Bern und Co-Präsident der Swiss Academy for Childhood Disability. Die Ergebnisse seiner Umfrage während der letzten Wochen zeigen, dass Spezialisten der Behandlungsteams telemedizinische und teletherapeutische Angebote während der Pandemie grundsätzlich als hilfreich wahrgenommen, aber auch deren Grenzen klar artikuliert werden.

Aus kinder- und neuroorthopädischer Sicht weist Frau Dr. med. Verena Schreiber vom Nicklaus Children´s Hospital in Miami, Florida, auf die guten Kontrollmöglichkeiten postoperativer Verläufe, orthetischer und therapeutischer Versorgung und die damit einhergehende verbesserte Vertrauensbasis durch Telemedizin hin. Der vereinfachte Zugang zum multidisziplinären Behandlungsteam und die Entlastung der Krankenhausambulanz mit der Einsparung von Materialressourcen bietet gerade während der Pandemie einen großen Vorteil. Und die deutlich verbesserte medizinische Versorgung für weit entfernt lebende Patienten könnte zu einem „New Normal“ gezielter telemedizinischer Angebote führen.

Dass auch die Beratung für Unterstützte Kommunikation teletherapeutisch sehr erfolgreich angewendet werden kann, wird von der Dipl.Logopädin Frau Sabrina Beer, MSc, die bei LogBuk Therapie & Beratung in Bayern arbeitet, ausführlich dargestellt.

Die für die Lebensqualität aller Kinder mit Bewegungsbehinderung wichtige Orthesen- und Hilfsmittelversorgung muss naturgemäß vor Ort erfolgen. Aber die vergangenen Wochen zeigen, dass manche Schritte auch online erfolgen und Fahrten reduziert werden können. Alexander Drehmann, MSc, Orthopädie- und Rehabilitationstechniker bei Kerkoc Orthopädietechnik in Wien, beschreibt die optimierte Logistik einer spezialisierten Versorgung und demonstriert live, dank eines Patienten mit seiner Familie, wie beispielsweise erstes Maßnehmen unter optimalen Bedingungen funktionieren kann.

In der anschließenden „Podiumsdiskussion“ konnten die zahlreichen Teilnehmer per Chatfunktion Fragen an die Vortragenden richten, sodass auch Hintergrundinformationen, z.B. zu laufenden Gesprächen zur Kostenübernahme der Teletherapie und weiteren Fortbildungsangeboten gegeben werden konnten.